Du und dein NIU: Ein paar Tipps für den Umgang mit deinem E-Roller

Du und dein NIU: Ein paar Tipps für den Umgang mit deinem E-Roller

Er stinkt und knattert nicht, hat eine hervorragende Ökobilanz, zieht mehr als ordentlich und verleiht dir das Gefühl zu fliegen. Damit dein Grinsen im Gesicht ewig bleibt, solltest du ein paar Dinge beachten. Ein NIU Elektroroller möchte ein bisschen geliebt und ein wenig gehätschelt werden. Wenn du das tust, belohnt er dich mit Langlebigkeit, viel Fahrspass und deutlich tieferen Betriebskosten als ein Benziner. Ein paar Tipps.

1 - Der Akku verdient deinen Respekt

Hintergrund

Die mit Abstand wertvollsten Komponenten an deinem NIU sind die Akku-Packs. Auch wenn der Betriebsaufwand im Vergleich zu herkömmlichen Benzin-Rollern tiefer ist: Der Akku verlangt ein wenig Aufmerksamkeit und deine Zuneigung. Die NIU Akku-Packs sind das Benzin deines E-Rollers und bestehen (bei den Modellen, die wir im Portfolio führen) aus Dutzenden erstklassiger Panasonic 18650er-Li-Ion-Zellen - geschützt und kontrolliert von einem Batterie-Management-System (BMS) - das wiederum mit anderen Kernkomponenten kommuniziert. NIU gibt an, dass bei sachgemässer Bedienung nach 600 Ladezyklen (mehrere 10’000 km) noch 90% der Kapazität abrufbar sein sollen. Du bestimmst mit, ob das realistisch ist und solltest dir ein paar Dinge verinnerlichen:

Tiefentladung vermeiden

Tiefentladung mag kein Li-Ion-Akku. Den Akku auf 0% runterzufahren kann zu irreversiblen Schäden oder zu einem mühsamen Wiederbelebungs-Prozess führen. Wenn der Akku unter 20% seiner Kapazität gerät, wird dir dein NIU auf dem Display und via App anzeigen, dass es jetzt langsam Zeit wird, um nachzuladen. Je nach Modell geht er bei 14% oder 9% in den Sparmodus. Wenn so: lade bei nächster Gelegenheit nach! 

(Bild: Die Akku-Packs dieses NIU NQi GT sind auf einem zu tiefen Ladestand und sollten baldmöglichst geladen werden.)

Wann Akkus abklemmen und bei welchem Ladestand?

Dein NIU konsumiert auch Energie (1 – 2% pro Tag), wenn er nicht bewegt wird. Er ist ständig mit der Cloud in Verbindung. Wenn du also z.B. bei angeschlossener Batterie und einem Ladestand von 20% ein paar Wochen verreist, könntest du in eine Tiefentladung schlittern. Um das zu vermeiden: Klemm die Akkus ab. Idealerweise ist beim Abklemmen und Lagern der Akkus der Ladestand 50% - sicher aber nicht über 70% und nicht unter 30%. Wenn du die Akkus länger abklemmst, lade sie alle zwei, drei Monate wieder nach (idealerweise auf 50%).

Das ca. 3-minütige Abklemmen des Akkus ist übrigens auch die erste Aktion bei einer Störung des elektrischen Systems. Es kann in seltenen Fällen (tendenziell am ehesten in der Kalibrierungs-Phase eines ganz neuen Fahrzeugs) vorkommen, dass dein NIU eine Fehlermeldung auf Display und App anzeigt. Das Abklemmen führt zu einem Soft-Reboot des Systems – ähnlich wie beim Neustart eines PCs oder Mobile Phones.

Was beim Laden beachten?

Obwohl das BMS in Kombination mit dem Ladegerät abriegelt bei 100%, lass bitte deinen NIU nur so lange am Strom, wie nötig. Über Nacht ist okay, schau aber, dass es nicht mehr als 12 Stunden sind. Auch beim Laden bei Extrem-Temperaturen hilft das BMS mit und greift nötigenfalls ein. Vermeide dennoch Ladungen unter dem Gefrierpunkt und über 35 Grad.

2 - Reifen im Auge behalten

Vorsicht mit neuen Reifen! 

Fahre speziell auf den ersten 50 km sehr vorsichtig. Neue Reifen sind mit einer Versiegelungs-Schicht und Trennmittel-Rückständen aus der Vulkanisierung "verunreinigt, die durch vorsichtiges Einfahren abgerieben werden müssen.

    Wie viel Luft im Reifen?

    Das Handbuch zeigt eine obere Bandbreite von 1.7 Bar vorne und 2.2 Bar hinten. Wir finden das für Schweizer Strassen deutlich zu weich. 2.5 Bar hinten und vorne dünken uns ein idealer Mittelweg zwischen Komfort und Rollwiderstand.

    Wann die Reifen ersetzen? 

    In der Schweiz sind für Motorradreifen 1.6 mm Profiltiefe vorgeschrieben, wobei die 45-km/h-Modelle von NIU in die Kategorie Kleinmotorräder fallen, wo als Grenze 1 mm gilt. In den meisten Reifen sind Verschleissanzeiger (kleine Gummi-Erhebungen = TWI = Tread Wear Indicators) eingearbeitet, die einen Hinweis auf die Reifenabnutzung geben. Aber Achtung: Der TWI zeigt i.d.R die Mindest-Profiltiefe gemäss US-Vorgaben an: 0.8 mm.

    (Bild: Zwei NIU NQi GT Original-Hinterreifen. Links mit 5'000 km: der Verschleissanzeiger ist ebenaus mit dem Reifen und der Reifenwechsel überfällig. Rechts mit 2'800 km: Noch ca. 1'000 km und dann ist Schluss.)

        Mit welchen Reifen die Originale ersetzen? 

        NIU Original-Reifen werden keinen Qualitäts-Wettbewerb gewinnen, wobei die 14-Zoll-Reifen des neuen NIU NQi GTS im Vergleich zu jenen des NQi GT oder NQi Sport deutlich mehr Griff haben. Wenn der erste Reifensatz durch ist, setzen wir per Standard Allwetterreifen von Heidenau oder Michelin als Ersatz ein.

          3 - Grundreinigung

          Viel mehr als Wasser ein wenig mildes Shampoo benötigst du nicht. Dein NIU E-Scooter ist grundsätzlich sehr tolerant gegenüber Umwelteinflüssen. Falls er tagein, tagaus schutzlos dem Wetter ausgesetzt ist, würden wir dennoch eine Abdeckplane empfehlen. Zumindest dann, wenn es Katzen hagelt oder Blütenstaub-Saison ist.

          Falls du dein Gefährt reinigst, bitte nicht gerade aus nächster Nähe mit einem Hochdruckreiniger auf elektrische Komponenten zielen. Korrosion (z.B. am Hauptständer) kannst du mit etwas Kriechöl (z.B. WD-40 behandeln). Wir nutzen bei Wartungen jeweils ein wenig Silikon-Spray, um vorbeugend Wasser von potenziell empfindlichen Stellen wie Schaltern fernzuhalten. Zudem setzen wir speziellen Bremsenreiniger ein.

          4 - Wartungszyklen einhalten

          Im Vergleich zu Benzin-Rollern ist der Wartungsaufwand für einen NIU Elektroroller bescheiden. So ist z.B. der Bosch-Motor komplett wartungsfrei. Willst du die Garantie-Anforderungen respektieren, solltest du die erste Inspektion nach 1'000 km machen und danach alle 3'000 km oder einmal pro Jahr durchführen lassen (im MOBILIZE Full-Service-Abo übrigens inklusive). Ohne speziellen Auffälligkeiten dauert das lediglich rund 45 – 60 Minuten (inkl. Grundreinigung). Du kannst davon ausgehen, dass wir mehr sehen als du (nicht zuletzt wegen des Diagnosegeräts) und wirklich nur das Beste für dich und deinen Roller wollen. Wartungen führen wir übrigens gerne bei dir vor Ort durch (egal, ob du den Roller gekauft oder im Abo gelöst hast).

          5 - Halte deinen NIU mit der App verbunden

          Dutzende Sensoren überwachen alle Kernkomponenten deines NIU E-Rollers, den Zustand, in der er sich gerade befindet, wo er ist und wie er bewegt wurde. Die App «NIU E-Scooter» ist Teil des Konzepts. Ist der Ladestand der Batterie zu tief, wird er seltsam bewegt, liegt er gar quer am Boden, ist eine Komponente allenfalls beschädigt und wie ist überhaupt die geschätzte Reichweite: Die Aufgabe der App ist es, dir Dinge zu kommunizieren, die dir helfen, dich richtig zu verhalten.

          (Bild: Die NIU App zeigt dir mehr als nur interessante Analysen. Sie informiert dich auch, wenn sie glaubt, das etwas nicht mehr so ist, wie es sein sollte.)

          6 - Nützliche Info-Quellen

          Handbuch: NIU stellt ein prima Handbuch bereit. In 15 Minuten kannst du die Kernaussaugen aufsaugen. Tu es! 

          Gruppen & Foren: Auch wir verwenden solche Quellen, um up-to-date zu bleiben – und wirken selbst mit. Das Prinzip: Viele NIU-Fahrer nutzen die Schwarmintelligenz anderer. Nicht immer sind die Inhalte erfreulich - denn der Mensch tendiert dazu, Negatives vor Positivem zu berichten - aber man lernt aus Posts und kriegt immer eine Antwort auf die eigenen Fragen. Vier sinnvolle Quellen:

          • Facebook NIU Crew - Offizielle, internationale Facebook-Gruppe von NIU selbst
          • Facebook NIU Roller - ziemlich aktive NIU-Gruppe mit Fokusgebiet Deutschland
          • Elektroroller-Forum - Sehr aktives, Deutsches Forum mit Spezialbereich NIU E-Roller. Du musst dich registrieren, damit du nach Themen suchen und eigene Beiträge lancieren kannst.
          • MOBILIZE auf Facebook und Instagram - Damit du solche Blog-Beiträge proaktiv erhältst.

          Wir stehen jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung!

          Fragen? Anregungen?

          Remo Fleischli | remo@mobilize.ch | +41 79 469 66 12


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